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Newsletter Ausgabe 6 (31. Oktober 2002)
Neues von der Kampagne für Gutes Bier
- TERMINE DER KAMPAGNE FÜR GUTES BIER
- KAMPAGNE FÜR EINEN FAIREN BIERPREIS
Was sich in der Bierwelt sonst noch tut:
- SALZBURGER BRAUEREIEN MIT NEUEM HERZ
- DEUTSCHER BIERABSATZ STEIGT
- PRIVATER BIERIMPORT BLEIBT FÜR BRITEN LIMITIERT
- GEWERKSCHAFT DROHT MIT BOYKOTTAUFRUF GEGEN COORS
- BIERGIGANT ANHEUSER BUSCH WÄCHST - IN DEN USA UND IN CHINA
- WIRTE SIND SICH IHRER GÄSTE ZU SICHER
- REININGHAUS BRINGT NEUES JAHRGANGSPILS
- GÖSSER MACHT NEUEN ANLAUF MIT MYTHOS
- GLETSCHERWASSER FÜR BIER, WODKA, TAFELWASSER
- NEUES ALE IN ST. PÖLTEN
- NIKE VERÄRGERT ÜBER JOHN SMITH’S
- EHRUNG FÜR OTTAKRINGER-CHEF
- BRAUUNION HAT ES AMTLICH: BRAUEREIEN SIND ENERGIEEFFIZIENT
- KANZLER SCHÜSSEL MACHT SICH FÜR DEUTSCHES BIER STARK
- ÖSTERREICH KASSIERT BIERSTEUER SOGAR IN DEUTSCHLAND
- TSCHECHISCHES BUDWEISER HEISST JETZT CZECHVAR
- NEUES STARKBIER "STERNATOR" IM SIEBENSTERNBRÄU
- SPANIEN PLANT, SPIRITUOSENWERBUNG EINZUSCHRÄNKEN
Was sich in der Bierwelt sonst noch tut:
SALZBURGER BRAUEREIEN MIT NEUEM HERZ
Salzburg/Wien - In der unabhängigen kleinen Salzburger Weissbierbrauerei ist der
Sudhausumbau fast abgeschlossen, in der viel größeren Stieglbrauerei steht er an. Stiegl hat
angekündigt, dass das Sudhaus bis zum Jahr 2005 völlig erneuert werden soll - die
Ausschlagmenge soll von 330 auf 650 vergrößert werden. Heuer soll der Absatz von 775.000
auf 790.000 Hektoliter wachsen. Den Umsatz will die Stiegl-Gruppe mit ihren 627
Mitarbeitern von 114,2 auf 116,9 Mill. Euro steigern, berichteten die Salzburger Nachrichten.
In Wien baut Stiegl derzeit an einer eigenen Gasthausbrauerei, die in Stiegls Alter Ambulanz
(im Uni-Campus) eingerichtet werden soll. Dort soll - voraussichtlich ab dem 11. Dezember -
ein Bio-Bier ausgeschenkt werden. Vorbild ist das Paracelsus, das derzeit in Stiegls Brauwelt
ebenfalls auf einer kleinen Brauanlage hergestellt wird.
(cs, 30. 10. 2002)
http://bier.oesterreich.com/Brauereien/tobisch.htm
http://www.salzburg.com/servlet/scom2/searchresult?xm=355649&res=0
http://www.stiegl.at/brauerei/brauerei.htm
http://www.stiegls-alte-ambulanz.at/home.cfm
DEUTSCHER BIERABSATZ STEIGT
Wiesbaden - Die deutschen Brauer verkauften im dritten Quartal mehr Bier. Das Statistische
Bundesamt hat für das vergangene Vierteljahr 29,6 Millionen Hektoliter Bierabsatz bekannt
geben. Das waren 200.000 Hektoliter oder ein halbes Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Im Trend liegen weiter Biermischungen wie Radler. Hier stieg der Absatz um 27,6 Prozent
auf eine Million Hektoliter. 89 Prozent des gesamten Bierabsatzes im dritten Quartal 2002
waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert (26,4 Mill. hl,
+ 0,9 Prozent). Der steuerfreie Absatz betrug 3,2 Mill. hl Bier (€ 2,7 Prozent): 2,3 Mill. hl (€
9,0 Prozent) gingen in die EU-Länder, 0,8 Mill. hl (+ 20,8 Prozent) in Drittländer und als
Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien wurden 57 500 hl (€ 3,2 Prozent) unentgeltlich
abgegeben.
(cs, 30. 10. 2002)
http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2002/p3810064.htm
PRIVATER BIERIMPORT BLEIBT FÜR BRITEN LIMITIERT
London - Briten, die auf den Kontinent fahren, dürfen künftig mehr Tabak steuerfrei mit
heimbringen - 3200 statt 800 Zigaretten. Das sei etwa der Bedarf eines halben Jahres, hieß es
seitens des britischen Finanzministeriums, das dem Druck von Konsumentenorganisationen
und der EU in diesem Punkt nachgegeben hat. Bei der Limitierung privater Biereinfuhren
bleibt der britische Staat (der ähnlich wie der österreichische) besonders hohe Biersteuern
einhebt, hart: Schatzkanzler John Healey will weiterhin die Autos von Briten konfiszieren, die
größere Mengen Bier über die EU-Binnengrenze auf die Insel bringen. Dabei ist nach einem
Bericht des Guardian vier Prozent des in England getrunkenen Bieres durch
Kofferraumimporte ins Land gekommen.
(cs, 30. 10. 2002)
http://www.guardian.co.uk/uk_news/story/0,3604,822177,00.html
GEWERKSCHAFT DROHT MIT BOYKOTTAUFRUF GEGEN COORS
Golden - Coors, die drittgröße Brauereigruppe der USA (nach Anheuser Busch und Miller/SAB),
sieht sich mit massiven Boykottdrohungen der Gewerkschaften konfrontiert, berichten die Rocky Mountain News.
Dabei hat die Auseinandersetzung nichts mit dem Bier oder der Brauerei zu tun,
sondern mit dem Unternehmen Graphic Packaging in Michigan, die neben Bierkartons auch Seifen-,
Tabak- und Lebensmittelkisten. An diesem Unternehmen ist die Coors-Familie beteiligt - und dort gibt es seit drei Monaten
einen Arbeitskampf. Gewerkschaften und Schwulen-Organisationen haben schon einmal vor 20 Jahren zu einem Boykott von Coors
Bier aufgerufen, der die mächtige Brauer-Familie damals empfindlich getroffen hat.
(cs, 30. 10. 2002)
http://www.coors.com/home.asp
http://biz.yahoo.com/p/g/gpk.html
BIERGIGANT ANHEUSER BUSCH WÄCHST - IN DEN USA UND IN CHINA
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St. Louis - Der weltgrößte Bierkonzern Anheuser Busch hat im dritten Quartal seinen weltweiten Umsatz um 5,2 Prozent
erhöht - der Gewinn in den USA stieg (aufgrund gestiegener Bierpreise sogar um 9,2 Prozent). Und die Expansionstendenzen
gehen weiter: Am 30. September wurde das neue Premium Leichtbier "Michelob Ultra" in den USA eingeführt.
Anheuser Busch hat in den USA einen Marktanteil 48,9 Prozent, eine Steigerung von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Anheuser Busch ist in China mit einer eigenen Brauerei, Budweiser Wuhan International Brewing Co., in Wuhan vertreten,
es will aber auch seine Beteiligung an Qinqdao von 4,5 schrittweise auf 27 Prozent erhöhen.
Anheuser Busch will sich das 128 Millionen Dollar kosten lassen. Qinqdao ist Eigentümer der wertvollsten Biermarke Chinas,
Tsingtao - und einer der schnellst wachsenden: Noch 1994 hatte Tsingtao bloss vier Braustätten in einer Provinz.
Inzwischen sind es 46 Brauereien in 17 Provinzen. Tsingao hat einen Anteil von 12,8 Prozent am chinesischen Biermarkt,
der mit 200 Millionen Hektolitern der zweitgrößte der Welt ist - und bei einem Wachstum von sechs Prozent pro Jahr bald
der größte sein wird.
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Am 30. Oktober ist auch bekannt geworden, dass Anheuser Busch auch in Australien eine Ausweitung des Geschäfts plant:
Die Coopers Brewery, bekannt für ihre eigenwilligen obergärigen Biere (Coopers Sparkling Ale, Coopers Stout)
hat sich mit Anheuser Busch zu einer Vertriebspartnerschaft zusammengetan. Budweiser verkauft derzeit etwa 100.000
Kisten Bier pro Jahr in Australien, eine Vervierfachung ist angestrebt.
(cs, 30. 10. 2002)
http://www.anheuser-busch.com
http://stlouis.bizjournals.com/stlouis/stories/2002/10/21/daily59.html
http://townsvillebulletin.news.com.au/common/story_page/0,7034,5393410%255E462,00.html
http://www.tsingtaobeer.com/tsingtao/welcome.htm
WIRTE SIND SICH IHRER GÄSTE ZU SICHER
Bamberg - Warum sich Wirte zu wenig um ihre Gäste kümmern? Möglicherweise, weil sie sich zu sicher sind, dass sie ohnehin wiederkommen, also loyal zum Lokal sind, was immer sie auch damit verbinden mögen. Vor diesem Problem warnt Gerhard Schoolmann in seinem Gastronomie-Newsletter. Kundenloyalität kann demnach drei Intensitäten aufweisen:
- "Trügerische" Kundenloyalität. Der Gast kommt zwar immer wieder, aber er ist eigentlich nicht loyal. Er besucht das gastronomische Objekt z.B. weil er in der Nähe arbeitet. Nach einem Arbeitsortswechsel verschwindet er auf Nimmerwiedersehen. Ein Gastronom, der diesen Zusammenhang nicht erkennt, nimmt fälschlicherweise an, der Gast sei loyal.
- "Bedingte" Kundenloyalität. Der Gast kommt aus bestimmten Gründen immer wieder, aber nur solange die Gründe gegeben sind, z.B. solange die "nette Bedienung" dort arbeitet.
- "Belastbare" Kundenloyalität"(englisch: "Commitment"). Der Gast ist treu, auch wenn bestimmte Gründe, die ihn zu einem Besuch veranlassen, nicht (mehr) gegeben sind. Bei politischen Parteien bzw. Wahlen würde man von Stammwählern sprechen. Schoolmann: "In Oberbayern kann man ja auch eine Vogelscheue als Bundestagskandidaten aufstellen; wenn sie für die CSU kandidiert, wird sie gewählt." Seine Leseempfehlung: Jan Hofmeyr und Butch Rice haben ein Buch zum Thema "Commitment Marketing" veröffentlicht, das Karina Matejcek besprochen hat.
Schoolmanns GastronomieNewsletter - der auch immer wieder die Aktivitäten der Kampagne für Gutes Bier aufgreift - kann übrigens gratis per e-mail bezogen werden. Und zwar unter
http://www.abseits.de/newsletter.htm
(cs, 30. 10. 2002)
Informationen zum Thema Commitment-Marketing:
http://www.edings.de/eentry00529.html
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3478251605/200431
REININGHAUS BRINGT NEUES JAHRGANGSPILS
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Graz/Wien - Nach dem Erfolg des Reininghaus Jahrgangspils 2001, das die BrauUnion im Frühjahr vorgestellt hat,
ist nun der nächste Jahrgang abgefüllt: Am 13. November soll das Jahrgangspils mit dem im Sommer 2002 in Leutschach
geernteten Hopfen vorgestellt werden. Dann soll auch die Internetsite Jahrgangspils.at aktiviert werden.
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(cs, 29. 10. 2002)
http://www.jahrgangspils.at
GÖSSER MACHT NEUEN ANLAUF MIT MYTHOS
Leoben - Auch die Gösser Marke soll einen neuen Schub bekommen. Das schon vor zwei Jahren entwickelte,
aber nie richtig positionierte "Gösser Mythos" soll nun als Spezialität für den Barbaratag (4. Dezember)
vermarktet werden, liest man in der ÖGZ. Die dort abgedruckte Presseaussendung ist ein seltenes Beispiel von PR-Poesie:
"Im ehemaligen Nonnenstift Göss bei Leoben, auf dessen Gelände sich die heutige Brauerei befindet, wird seit dem 15.
Jahrhundert Braukultur gepflegt. Das alte Nonnenkloster gehört längst der Vergangenheit an, Österreichs bestes Bier
erfreut sich hingegen nach wir vor höchster Beliebtheit beim Bierkenner. Über alle Grenzen hinweg, verbindend,
jung und alt, reich und arm. Gegensätze schwinden. Durch die Kraft des Ursprünglichen, des Reinen, des Wahren.
Eine eigene Welt schaffend. Klar und doch unergründlich. Das Geheimnis ist sein Erfolg.
Mit der Spezialität "Gösser Mythos", die von Österreichs bestem Bier anlässlich der Barbara-Feier auf den
Markt gebracht wird, bietet der Gastronom seinen Gästen das Vertrauen und die Sicherheit, die sie von Gösser gewohnt sind."
Und was lernen wir Biertrinker daraus? Dass die BrauUnion lieber nichts über das Bier selber sagen will (oder kann),
denn wenn es um das Bier selber geht, wird sowohl über Zutaten als auch über den Geschmack geschwiegen, dafür erfahren wir:
"Gösser Mythos besteht aus den hochwertigsten Zutaten, meisterhaft gebraut mit dem legendär reinen Gösser Brauwasser.
Die besondere Malzmischung, hochgrädig eingebraut, verleiht Gösser Mythos sein bernsteinfarbenes Schimmern.
Sein voller und starker Geschmack und seine festliche Anmutung mit Silberglanz machen Gösser Mythos zum würdigen Begleiter
des Barbara Brauchtums."
Da hilft nur eines: kosten
(cs, 26. 10. 2002)
http://www3.oewv.at/detail.php?id=2723&sub=46&retour=
GLETSCHERWASSER FÜR BIER, WODKA, TAFELWASSER
Washington - Das kanadische Unternehmen Premium Glacier Inc. hat einen Vertrag zur Nutzung von Grönlandeis für verschiedene
Drinks, die alle unter der Marke "Siku" (Grönländisch für Eis) vertrieben werden sollen, abgeschlossen. Gemeinsam ist den
Produkten die Verwendung des als besonders rein geltenden Rohstoffs, aus dem in den Niederlanden Wodka und in Deutschland
Bier hergestellt werden soll. Natürlich soll das Wasser auch rein als Tafelwasser abgefüllt und vermarktet werden, sagen die
Kanadier. Das Grönlandeis enthält neun Prozent der Süßwasserreserven der Welt - und das Recht seiner Ausbeutung liegt bei
der Firma Greenland Ice Cap Productions.
(cs, 25. 10. 2002)
http://www.newswire.ca/releases/October2002/24/c4487.html
http://www.sikuvodka.com
NEUES ALE IN ST. PÖLTEN
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St. Pölten - Malzinger’s, das ehemals Salm-Bräu genannte Brewpub im Tor zum Landhaus in St. Pölten hat am 25. Oktober
den ersten Jahrestag seines erfolgreichen Neustarts gefeiert - in Anwesenheit der Obfrau der Kampagne für Gutes Bier,
Britta Dolenc, und des Obmanns der Interessensgemeinschaft Bier, Axel Kiesbye, hat der niederösterreichische
Landtagsabgeordnete Martin Michalitsch das erste Fass eines von KGB-Mirtglied Reinhold Barta gebrauten Ales angestochen.
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Es handelt sich um ein sehr fruchtiges und aufgrund des geringen Kohlensäuregehalts auch in größeren Mengen gut
verträgliches Red Ale. Es ist gleichzeitig die letzte Spezialität, die Barta in St. Pölten braut, er wechselt in ein Wiener Brewpub.
Das Event gab auch Gelegenheit zu einer Begegnung des Bierkonsumentenvereins KGB aus der Bundeshauptstadt mit Mitgliedern
der Interessensgemeinschaft BierIG im Salzburger Obertrum.
(cs, 25. 10. 2002)
http://www.malzinger.at
http://www.bierig.org
NIKE VERÄRGERT ÜBER JOHN SMITH’S
Portland/London - Der Sportartikel-Hersteller Nike, der über ein Jahrzehnt seinen Slogan "Just do it" populär
gemacht hat, ist verärgert über eine "No Nonsense" Werbekampagne von John Smiths’s, einer in Tadcaser,
Yorkshire beheimateten Marke des britischen Marktführers Scottish & Newcastle. John Smith’s wird neuerdings mit dem Slogan
&quo;Just 'ave it" beworben - und das Markenzeichen (ein rotes Hufeisen) in seiner Form an den "Swoosh"
aus dem Nike-Logo angepasst. Die Manager von Scottish & Newcastle werfen dem amerikanischen Hersteller vor, dass er einfach
keinen (britischen) Humor habe, schreibt der Guardian.
(cs, 25. 10. 2002)
http://media.guardian.co.uk/advertising/story/0,7492,817504,00.html
http://portland.bizjournals.com/portland/stories/2002/10/21/daily33.html
EHRUNG FÜR OTTAKRINGER-CHEF
Wien - Wiens Bürgermeister und Landeshauptmann Michael Häupl hat dem Vorstandsvorsitzenden der Ottakringer Brauerei AG,
Generaldirektor Siegfried Menz, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen. Menz habe mit seinem
Wirken um die Ottakringer Brauerei nicht nur für Ottakring, sondern für die ganze Stadt wesentliche Akzente in der Wiener
Wirtschaft gesetzt, sagte Häupl.
(rk 21. 10. 2002)
BRAUUNION HAT ES AMTLICH: BRAUEREIEN SIND ENERGIEEFFIZIENT
Linz - Die soeben veröffentlichten Ergebnisse der von der Europäischen Kommission im Rahmen des SAVE-Projektes beauftragten
Energieverbrauchsstudie, in die 30 europäische Brauereien miteinbezogen waren, zeigen hervorragende Werte für zwei
Betriebe von Österreichs größtem Getränkekonzern: Die in die Studie miteinbezogenen Brauereien Wieselburg und Puntigam
nehmen im Energiesparen europaweit Spitzenpositionen ein. Die Brauerei Wieselburg führt mit ihrem spezifischen Verbrauch
bei Wärme und Strom diese Auswertung sogar an. Während der durchschnittliche Gesamtenergieverbrauch (Wärme und Strom)
aller untersuchten Brauereien bei knapp 60 kWh/Hektoliter Bier liegt, verbrauchen die Brauereien der BUÖ lediglich
32,8 kWh/hl Bier und liegen damit in ihrem spezifischen Gesamtenergieverbrauch um 45 Prozent unter dem in der Studie
erhobenen Durchschnitt.
(cs, 21. 10. 2002)
http://www.brauunion.at/WEBLib/StdLib/Maintenance/Global/GetBinaryObject.asp?OID=38782
KANZLER SCHÜSSEL MACHT SICH FÜR DEUTSCHES BIER STARK
Berlin - Der Münchner Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser (CSU), ehrenamtlicher Präsident des
"Deutschen Instituts für Reines Bier e.V." (DIRB), hat den österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel
dafür gewinnen können, sich für deutsches Bier zu engagieren: Schüssel ist Frankenhausers Verband zur Verteidigung des
Reinheitsgebots beigetreten. Herbert Frankenhauser in einer Presseaussendung: "Das Deutsche Institut für Reines Bier hat
sich vornehmlich die Aufrechterhaltung des deutschen Reinheitsgebots für Bier zum Ziel gesetzt. Während in Deutschland
ein chemiefreies Bier allgemeiner Wunsch ist, gibt es auf EU-Ebene zahlreiche
Widerstände, die hier ein Handelshemmnis befürchten. Daher freue ich mich sehr, dass ich mit Bundeskanzler Dr. Schüssel
einen einflussreichen Politiker gewinnen konnte, damit der Gedanke des Biers nur aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser auch
international an Gewicht gewinnt."
Übrigens: Wenige Wochen, nachdem Schüssel sich bei seinem bayerischen Gesinnungsfreund
als Fan des deutschen Reinheitsgebots-Bieres feiern ließ, feierte er in Alpbach die EU-Volksabstimmung mit Guinness-Stout,
das seinen Reiz gerade dadurch erhält, dass es Röstgerste enthält, die für das typische Kaffeearoma verantwortlich ist -
aber dem Reinheitsgebot entspricht es halt nicht.
(cs, 17. 10. 2002)
http://www.herbert-frankenhauser.de/Presse2002_09_13.htm
http://www.herbert-frankenhauser.de/DIRB.htm
ÖSTERREICH KASSIERT BIERSTEUER SOGAR IN DEUTSCHLAND
Wien/München - Wenn es um das Kassieren der unfairen Biersteuer geht, dann holt sich der Finanzminister sogar Geld im
benachbarten Deutschland - und zwar nicht nur in Bayern, sondern sogar in den geographisch entferntesten Bundesländern!
Die Begründung für diese skurrile Regelung: Das zu Österreich gehörende Kleine Walsertal ist nur von Deutschland aus
erreichbar. Darum hat schon im Jahre 1890 die damalige k. u. k.-Monarchie mit dem Deutschen Kaiserreich eine Vereinbarung
getroffen, nach dem das Kleine Walsertal zum deutschen Zollgebiet gehört. Dieser Vertrag gilt auch nach dem österreichischen
EU-Beitritt, mit dem Zölle völlig weggefallen sind - nicht aber die Steuern. Als Folge des Zollanschlusses erhebt die
Bundesrepublik Deutschland ihre Verbrauchsteuern auch auf die Waren, die im Kleinen Walsertal verkauft werden. Dieses
Steueraufkommen steht aber natürlich Österreich zu. So muss der deutsche Staat jedes Jahr etwa 30 Millionen Euro aus seinem
Verbrauchsteueraufkommen an Österreich abführen. In Deutschland fließt die Biersteuer aber den Bundesländern zu, in denen
das Bier gebraut wird. Folglich müssen die Länder genau jenen Teil des Biersteueraufkommens an Österreich abführen, der
durch das Biertrinken im Kleinen Walsertal entsteht. Da nun aber niemand in dem Alpental eine Strichliste führt, wie viel des von ihm getrunkenen Bieres aus welchem deutschen Bundesland stammt, haben sich die Finanzminister auf eine pauschale Aufteilung geeinigt: Danach trägt Bayern die Hälfte der
abzuführenden Biersteuer, das bayerische Budget weist sowohl für die Jahre 2001 als auch für 2002 den Betrag von 58.000 DM
bzw. 29.700 Euro als "Zahlung des Österreich zustehenden Anteils am bayerischen Biersteueraufkommen" aus. Für
Schleswig-Holstein, dessen Brauerzeugnisse (Flensburger!) eher selten in Österreich getrunken werden, verbleibt ein Anteil
von etwa 1,6 Prozent.
(cs, 17. 10. 2002)
TSCHECHISCHES BUDWEISER HEISST JETZT CZECHVAR
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Markham - Schon einmal darüber gewundert, dass Budweiser in den USA ganz anders schmeckt als im Wiener Schweizerhaus?
Bitteschön: Es kommt ja auch von einem ganz anderen Konzern, nämlich von Anheuser Busch, dem Weltmarktführer, während
"unser" Budweiser aus der Budweiser Brauerei kommt, die als einzige tschechische Brauerei noch im Staatsbesitz ist - nicht
zuletzt, um zu verhindern, dass im Zuge einer Privatisierung die Amerikaner das Sagen in Budweis bekommen. Weil die
dividendendurstigen Amerikaner aber nicht einfach schlucken können, was ihnen passt, verfolgen sie die Budweiser Brauerei
mit allen markenrechtlichen Kniffen: Dabei geht es nicht nur um die Verwendung des Begriffes "Budweiser", der für die
Tschechen als Herkunftsbezeichnung, für die Amerikaner aber als Markenname gilt.
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Und mit dem Markennamen haben sie sogar
irgendwie recht: Als die heutige Budweiser Budvar Brauerei am 15 April 1895 gegründet wurde, gab es längst in Amerika
eine Anheuser Busch gehörende Budweiser Marke. Diese wurde bereits im Jahr 1876 eingetragen. Nun also wird alles, was Bier
ist und sich irgendwie mit "Bud" nennt, vom Biergiganten verfolgt. Die Tschechen, die für ihr Produkt auf dem
amerikanischen Markt die Bezeichnung "Budvar" verwendet haben, mussten nun auch das aufgeben. Die neue Marke heißt
"Czechvar" und die Werbung hat keinerlei Bezug mehr zu Budweis (die Herstellerfirma wird nur als B.B.N.P. abgekürzt),
außer dem Hinweis "Only the Name has been Changed". Das Bier ist nun in 15 US-Bundesstaaten erhältlich.
Der US-Konzern klagt allerdings weiter - und versucht nun in Europa in einem Land nach dem anderen die Behauptung
rechtlich durchzusetzen, dass das "eigentliche" Budweiser aus den USA käme. So berichtet La Repubblica, dass das
italienische Kassationsgericht den Amerikanern nach einem seit dem Jahr 1985 schwelenden Rechtsstreit für den italienischen Markt recht gegeben hat. „The decision of the Italian Court of Cassation which confirms the invalidity of Budejovicky Budvar’s denomination of origin claim for the terms Budweiser and Bud confirms that these terms have no relevance when it comes to beer,” erklärte dazu Steve Burrows von Anheuser Busch.
Die Bilanz des Bierkriegs ist gemischt: Argentinien, Australien, Dänemark, Finnland, Neuseeland, Spanien und nun auch
Italien gehören zum amerikanischen Budweiser-Land - in Österreich, Südkorea, Taiwan, Australien, Deutschland, Portugal,
Großbritannien, der Schweiz, Jugoslawien, Griechenland und den baltischen Staaten hat das tschechische Unternehmen seine Rechtsauffassung zumindest teilweise durchsetzen können.
In Österreich wird das Amerikanische Budweiser-Bier übrigens von der Brauerei Sigl in Obertrum vertreten, hier muss es
allerdings "Anheuser Busch B" genannt werden. Denn in Österreich sorgt Importeur Karl Kolarik dafür, dass die tschechische
Marke geschützt bleibt.
(cs, 16.10. 2002)
http://www.czechvar.com/jsp/index.jsp?menuid=1
http://www.trumer.at/?contentID=bd
NEUES STARKBIER "STERNATOR" IM SIEBENSTERNBRÄU
Wien - Das Siebensternbräu in der Siebensterngasse in Wien hat neuerdings ein mit 22 Grad Stammwürze eingebrautes
"Sternator"-Doppelbockbier im Ausschank. Das Starkbier hat zehn Volumsprozent Alkohol.
Es funkelt im Glas dunkelbernsteinfarben (wobei man sich für diesen Effekt ein Weinglas wünschen würde),
hat eine sehr fruchtige, an gedörrte Marillen, an Powidl und natürlich auch an Hefe erinnernde Nase und einen sehr
vollmundigen Antrunk, der bereits die kräftige Hopfung verrät - diese sorgt für die richtige Balance, wird im
Nachtrunkkräftiger, bis dann wieder die Erinnerung an die Malznoten übernehmen und den angenehmen Gesamteindruck abrunden.
Mit 3,30 Euro für 0,3 Liter sicher nicht überbezahlt.
(cs, 16. 10. 2002)
http://www.7stern.at
SPANIEN PLANT, SPIRITUOSENWERBUNG EINZUSCHRÄNKEN
Madrid - Die spanische Regierung plant, Werbung für alkoholische Getränke über 20 Prozent Alkoholgehalt (das können,
aufgrund der Gärungseigenschaften der Hefe, nur Spirituosen und Liköre sein) einzuschränken. Ernährungsminister Miguel
Arias Canete sagte beim International Beer Symposium, die neuen Reglungen sollten Bier bevorzugen, das er als "functional
food" einstufte, das in vernünftigen Mengen genossen sehr gesund ist. Der spanische Biermarkt wächst jährlich, er
repräsentiert inzwischen einen höheren Wert als der Weinmarkt und etwa einen so großen wie der Olivenölmarkt. Laut
spanischem Brauerbund ist der Ausstoß der 21 spanischen Brauereien im Vorjahr auf 27,7 Prozent gestiegen, 4,9 Prozent
mehr als 2000. Dazu kommt ein Import von rund vier Millionen Hektolitern.
(cs, 5. 10. 2002)
http://www.cerveceros.org/dossier2001ingles.pdf
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