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Newsletter Ausgabe 7 (11. November 2002)
Neues von der Kampagne für Gutes Bier
- TERMINE DER KAMPAGNE FÜR GUTES BIER
- KAMPAGNE FÜR EINEN FAIREN BIERPREIS
Was sich in der Bierwelt sonst noch tut:
- CAMRA VOR ERFOLG: PUBS BALD LÄNGER OFFEN
- SCHOTTISCHE PROHIBITIONISTEN VERFOLGEN ÖSTERREICHISCHES BIER
- WIEN TROTZ ALLEM VERGLEICHSWEISE PREISWERT
- HEINEKEN SCHRAUBT ENGAGEMENT IN SLOWAKEI ZURÜCK
- WEITRA HELL MIT FRISCHEM HOPFEN
- GROßE PROFITE FÜR GROßE BRAUEREIEN
- IRISH PUBS DROHT RAUCHVERBOT
- AKADEMISCHES TRINKEN
KAMPAGNE FÜR EINEN FAIREN BIERPREIS
Zwei Wochen vor der Nationalratswahl haben alle Parteien mitgeteilt, ob sie weiterhin die
Biertrinker zur Kasse bitten wollen:
- Die SPÖ hat keine Absicht, die Biersteuer bei der Steuerreform zu senken - die
Grünen können sich das prinzipiell vorstellen, die FPÖ will die Biersteuersenkung in
ihr System der "fairen Steuern" einbeziehen, die ÖVP will die Biersteuer überdenken.
- Die ÖVP erkennt, dass die Biersteuer eine Wettbewerbsverzerrung darstellt, die
Bierliebhaber gegenüber Weintrinkern benachteiligt, und will diese Ungleichheit
abstellen. Grüne und SPÖ wollen mit einer Harmonisierung von Bier- und
Weinbesteuerung auf Vorschläge der EU warten. Die FPÖ hält eine Besteuerung von
Wein für nicht administrierbar.
- Die Grünen sind dafür, dass es eine EU-weite Vereinheitlichung der Biersteuer gibt -
und zwar nach unten! - auch die ÖVP ist für eine EU-weite Initiative zur
Vereinheitlichung der Verbrauchssteuern. Die SPÖ würde sich einer EU-Initiative
anschließen. Die FPÖ sieht hier keinen Handlungsbedarf.
- Weder SPÖ noch Grüne können bisher eine Gefährdung der Biervielfalt erkennen. Die
ÖVP sieht in einer Senkung der Biersteuer eine Möglichkeit zur Stärkung der Position
des österreichischen Bieres im internationalen Wettbewerb, die FPÖ ebenso -mit dem
wichtigen Hinweis, dass eine Biersteuersenkung auch an den Konsumenten
weitergegeben werden müsste.
- Alle Parteien sind gegen Werbeverbote, speziell, wenn es um traditionelle Kulturgüter
geht. Die ÖVP will auch die bestehenden "sehr streng ausgelegten Einschränkungen
bei der Ausgestaltung von TV-Werbespots" als "Relikt aus früheren Zeiten"
abschaffen. Der Hinweis, dass Werbeverbote für Bier EU-weit harmonisiert werden
könnten, muss allerdings aufrütteln: Es gibt in der EU eine Reihe von Prohibitionisten,
sowohl in Skandinavien als auch in einigen neuen Beitrittsländern gelten scharfe
Werbebeschränkungen für Bier - es darf nach Ansicht der Kampagne für Gutes Bier
keinesfalls zu einer Vereinheitlichung auf diesem Niveau kommen.
Es gibt also eine Menge zu tun - und darauf aufzupassen, dass die Parteien sich an das halten,
was sie vor der Wahl versprochen haben. Wir bleiben dran - und fordern alle Bierliebhaber
auf, ebenfalls aufmerksam zu bleiben!
Und hier sind die Antworten der Parteien im Detail
Und was kann man als Einzelner tun? Wahrscheinlich ist es notwendig, den Parteien und
ihren Kandidaten für die Nationalratswahl ein bisschen Druck zu machen, damit sie
verstehen, dass die Interessen der Biertrinker Ernst zu nehmen sind. Am einfachsten geht das,
wenn möglichst viele Bierkonsumenten und Bierkonsumentinnen individuelle Briefe oder E-Mails
an die Parteiobleute, an Nationalratskandidaten und an lokale Funktionäre "ihrer" Partei
schreiben.
Mailadressen stehen auf unserer Website
Oder: Posten Sie in die Foren und Gästebücher der Parteien, dass sie eine faire Besteuerung
von Bier sind.
Oder: Schreiben Sie Leserbriefe an die österreichischen Zeitungen und Magazine, weisen Sie
die Redaktionen darauf hin, dass es mit der KGB einen Verein von Bürgern gibt, die es unfair
finden, dass Bier so hoch und Wein gar nicht besteuert wird. Die Kronen Zeitung hat
dankenswerter weise einen entsprechenden Beitrag unseres Vorstandsmitglieds Jochen
Zuckermann bereits am 3. November abgedruckt! Auch haben viele Online-Ausgaben der
Zeitungen Chats mit den Spitzenpolitikern eingerichtet - melden Sie sich dort mit der Frage:
"Finden Sie es richtig, dass wir Biertrinker für Bier eine Strafsteuer zahlen müssen, während
für Wein überhaupt keine eigene Steuer eingehoben wird?"
Oder fragen Sie: "Finden Sie es richtig, dass die Biertrinker durch die Biersteuer mehr Steuer
zahlen müssen als der Staat durch Erbschafts- und Schenkungssteuer einnimmt?"
Hier ein paar Hinweise, wann und wo es Chats mit Politikern gibt:
Melden Sie sich bei den Politikern, sagen Sie, dass die Bierbesteuerung unfair ist. Und dass
unsere Kampagne etwas dagegen hat, dass Bierliebhaber benachteiligt werden.
Oder wollen Sie weiterhin zu viel für Ihr Bier bezahlen?
Was sich in der Bierwelt sonst noch tut:
CAMRA VOR ERFOLG: PUBS BALD LÄNGER OFFEN

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St.Albans/London - Die Campaign for Real Ale (CAMRA)
dürfte mit ihrer Kampagne für längere Öffnungszeiten in Pubs
Erfolg haben. Premierminister Tony Blair hat am 4. November
angedeutet, dass die Liberalisierung der Öffnungszeiten in die
Thronrede der Königin am 13. November (die das
Regierungsprogramm für das nächste Jahr darstellt) einbezogen
wird. CAMRA hatte die Regierung und die Abgeordneten mit
einer Flut von Postkarten eingedeckt, in der die Reform der
"outdated and restrictive licensing laws" gefordert wurde. Diese
Beschränkungen seien für das 19. Jahrhundert gedacht gewesen.
Eine Liberalisierung der Öffnungszeiten (britische Pubs müssen
immer noch abends um 23 Uhr schiließen) war mehrfach
angekündigt worden - doch abgesehen von einer leichten Liberalisierung unter der sonst so
liberalisierungsfreundlichen Regierung Thatcher ist bisher wenig weitergegangen. Die
Einschränkungen des Alkoholausschanks in England gehen auf das Jahr 1872 zurück, als man
die "Gin-Palaces" einschränken wollte - man
versuchte damals, jeglichen Alkoholausschank so
schwer wie möglich zu machen. Aber noch bis
1914 galt in London, dass Pubs bis 0,30 Uhr offen
haben durften. Kriegsbedingt wurde die Zeit für die
"Last Orders" auf 10 Uhr abends vorverlegt.
Die Konsumentenschutzorganisation (sie hat
66.000 Mitglieder) veröffentlichte nun eine
Umfrage, nach der 68 Prozent der britischen
Erwachsenen meinen, ein Pub sollte dann offen
haben, wenn es dem jeweiligen Besitzer richtig
erscheint. 62 Prozent meinen, wer Bier trinken will,
sollte das tun können, wann er oder sie selber will.
Und nur ein Drittel der Befragten sagte,
unterschiedliche Öffnungszeiten von Pubs würden
zu einer "Unordnung" in Stadtzentren führen.
CAMRA will auch erreichen, dass Pubs mehr für
Familien geöffnet werden - derzeit stellen die
"Family Certificates", die die Bewirtung von Eltern
mit Kindern erlauben teilweise unüberwindbare
Hürden dar.
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(cs. 11.11.2002)
http://www.camra.org.uk/SHWebClass.ASP?WCI=ShowDoc&DocID=2894
http://politics.guardian.co.uk/commons/story/0,9061,829932,00.html
SCHOTTISCHE PROHIBITIONISTEN VERFOLGEN ÖSTERREICHISCHES BIER
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Glasgow/Vorchdorf - Die schottische Prohibitionistengruppe
"Alcohol Focus Scotland" bekämpft das von der
österreichischen Brauerei Schloss Eggenberg gebraute
Samichlaus-Starkbier, das mit 14 Volumsprozenten als das
stärkste Lagerbier der Welt gilt. Das Bier, das von der
britischen Safeway-Kette gelistet ist, gefährde die öffentliche
Gesundheit. "Unsere Sorge ist, dass die Leute keinen Überblick
haben, wie viel sie wirklich trinken," erklärte eine Sprecherin
der Kampagne, weil die international berühmte österreichische
Spezialität rund drei mal so viel Alkohol enthält wie ein in
England übliches Bier.
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(cs, 9. 11. 2002)
http://www.charitiesdirect.com/charity7/ch002447.htm
http://www.alcohol-focus-scotland.org.uk
http://news.bbc.co.uk/1/hi/scotland/2415149.stm
http://www.safeway.com/default.asp
WIEN TROTZ ALLEM VERGLEICHSWEISE PREISWERT
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Wien - Die Wirtschaftskammer hat ihre
ausländischen Repräsentanten losgeschickt,
ein kleines Bier zu trinken. Eine
landestypische Speise, vergleichbar dem
Wiener Schnitzel, zu essen. Einen Kaffee zu
trinken. Und die Rechnung mit dem zu
vergleichen, was man in Wien für so eine
Konsumation hinlegen muss. Erfreuliches
Ergebnis: Trotz drückender Steuern, trotz
hoher Personalkosten haben es die Gäste in
Wien immer noch relativ gut: In Mailand
zahlt man für ein kleines Bier das
zweieinhalbfache, in Paris das 1,8 fache -
Brüssel, München und vor allem Lissabon
sind aber deutlich billiger für Biertrinker. In
Lissabon zahlt man für ein kleines Bier nur
etwa halb so viel wie hier.
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(cs, 9.11. 2002)
http://www.wko.at/wien
HEINEKEN SCHRAUBT ENGAGEMENT IN SLOWAKEI ZURÜCK
Bratislava - Der Heineken-Konzern überlegt, Investitionen in der Slowakei zurückzustellen,
nachdem die Kartellbehörde eine Investition in ein Getränkehandelsunternehmen blockiert
hat, berichtet der Slovak Spectator.
(cs, 8. 11. 2002)
http://www.slovakspectator.sk/clanok.asp?rub=online&cl=10969
http://www.heineken.sk
WEITRA HELL MIT FRISCHEM HOPFEN
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Wien/Weitra - In der Brauerei Weitra wird einmal
im Jahr ein besonderer Sud des Hellen gebraut, an
dem Teilnehmer der "Fortgeschrittenenseminars" der
Zwettler Brauerei mitwirken. Die Bierliebhaber
werden dabei aufgefordert, sich selber der Mühe des
Hopfenerntens - mit Handpflücke - zu unterziehen
und diesen frischen Hopfen dem Sud zuzugeben.
Das so gehopfte (aber nicht weiter kenntlich
gemachte) "Weitra Helle" ist seit Anfang November
im Ausschank, von den Seminarteilnehmern
(darunter vielen Mitgliedern der Kampagne für
Gutes Bier) wurde es am 8. November im Black
Raven in Wien verkostet. Die Termine für Zwettler
Bierseminare sind für das Jahr 2003 bereits
ausgeschrieben: Grundseminare über Bierkultur gibt
es am 26./27. April, 17./18. Mai, 14./15. Juni, 5./6.
Juli, und 20./21. September.
Fortgeschrittenenseminare mit Hopfenernte und
Bierbrauen in Weitra sind für 22 bis 24. August und
5. bis 7. September vorgesehen.
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(cs, 8. 11. 2002)
http://www.schwarzalm.at/erleben/bierseminar.htm
GROßE PROFITE FÜR GROßE BRAUEREIEN
Kopenhagen/Manila - Mehrere Großbrauereien haben in den letzten Tagen signifikante
Gewinnsteigerungen bekannt gegeben, die Daten für die österreichische BBAG werden für
den 18. November erwartet. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass international gut am Bier
verdient wird: San Miguel, der größte Getränkekonzern Südostasiens, bekannt für seine
gleichnamige Biermarke, hat am 6. November hat für das dritte Quartal einen Nettogewinn
von 30 Millionen US-Dollar ausgewiesen, 53 Prozent mehr als im gleichen Quartal des
Vorjahres. Der in Dänemark beheimatete Carlsberg-Konzern hat am selben Tag eine
Gewinnsteigerung für die ersten drei Quartale von 14 Prozent bekannt gegeben, der Gewinn
für diese Zeit beläuft sich auf 436.8 Millionen Dollar.
Diese Nachricht kam in derselben Woche, in der die EU-Kartellbehörde Carlsberg und
Heineken vom Verdacht einer illegalen Kartellbildung freigesprochen haben. Die EU-Behörde
vermutete, dass die beiden Biergiganten sich dahingehend abgesprochen hätten, ihre
Heimmärkte Dänemark beziehungsweise die Niederlande von gegenseitigem
Konkurrenzdruck frei zu halten. Die Brauereien hatten das bestritten, die EU konnte keine
Beweise beibringen, warum man in Dänemark kein Heineken und in Holland kein Carlsberg
bekommt.
(cs, 7. 11. 2002)
http://www.carlsberg.com/info
http://www.sanmiguel.com.ph/pr/index.php?nid=44
IRISH PUBS DROHT RAUCHVERBOT
Dublin - Eine Initiative des irischen Gesundheitsministers Michael Martin regt die Besucher
der Pubs auf: Martin will das Rauchen in der Öffentlichkeit - dazu gehören Pubs - massiv
einschränken. Einschränkungen in Restaurants sind bereits in Kraft - und Martin verwies in
einem Radiointerview darauf, dass schließlich auch in Pubs Essen angeboten wird. Die Pub-Besitzer
organisieren einen Protest.
(cs. 7.11.2002)
http://uk.news.yahoo.com/021107/80/de669.html
AKADEMISCHES TRINKEN
London - Ein umstrittener Universitätslehrgang über den gesellschaftlichen Einfluss des
Trinkens wird bestehen bleiben. Die ab Jänner 2003 einmal pro Woche angebotene Vorlesung
"Drink and Society" von Paul Jennings an der Universität Bradford war ins Visier
konservativer Bildungspolitiker geraten. Lord George Trefgarne, ehemaliger konservativer
Bildungsminister, hatte den Universitäten vorgeworfen, ihre "Vorlesungsverzeichnisse mit
absurden Kursen wie diesem vollzupacken, um ihre Studentenzahlen hochzuhalten und damit
auch die öffentlichen Zuschüsse, die mit hohen Studentenzahlen verbunden sind."
(cs. 6.11.2002)
http://www.brad.ac.uk/admin/conted/cfa/module.php3/LED5046D
http://news.bbc.co.uk/1/hi/education/2401595.stm
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